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London mal glanzvoll   mal fantastisch und sehr verspielt -
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London mal glanzvoll mal fantastisch und sehr verspielt

London, einstmals die Metropole, das Machtzentrum eines Weltreiches, das von Nordamerika über Afrika und Asien bis Australien reichte. Davon sprechen heute noch die zahllosen mächtigen Paläste, die von Kraft, Selbstbewusstsein, Siegeswillen sprechenden Denkmäler. Man geht und staunt, ist immer wieder beeindruckt (und lächelt gelegentlich).
London, heute indessen die Hauptstadt eines wirtschaftlich und weltpolitisch zweitrangigen Staates – überdimensioniert für ein Land von gerade mal sechzig Millionen Einwohnern und der Wirtschaftskraft, wie sie etwa Frankreich oder Italien hat.

Aber London ist in Anpassung auf seinen jetzigen Stellenwert in Politik und Wirtschaft durchaus nicht im Verfall oder im Schrumpfen begriffen. Alles was von seiner einstmaligen Größe spricht, präsentiert sich heute in einem gepflegten, dem Auge wohlgefälligen Zustand. London, man nennt die Stadt heute die „Weiße Stadt“ (die Paläste usw., alles sandgestrahlt).

Es muss das Geld sein, was der Stadt in Strömen zufließt bzw. durch sie hindurchfließt. London ist bekanntlich nach New York der größte sog. Finanzplatz der Welt. Darüber ist London mehr als nur die Hauptstadt des relativ kleinen Großbritanniens, ist eine Weltstadt des Kapitals.

Dennoch fühlt man sich in dieser Siebenmillionen-Stadt geborgen. London ist eine lebendige, bunte Stadt. Für uns als London-Neulinge eine Überraschung. Oh, die Londoner lieben die Farben, die Dekoration. London wirkt an vielen Stellen wie ein viktorianisches Wohnzimmer: vollgestellt mit Möbeln, mit Plüsch, mit Nippes, wo immer sich ein Platz findet. Von den Magistralen, den riesigen Parks abgesehen, ist die Bebauung so dicht wie in einer vormaligen Kleinstadt, deren Gebäude in die Höhe geschossen sind. Das Treiben der Farben, des Figürlichen ist vielerorts so bewegt wie auf einem Jahrmarkt.

Die Architektur mal würdig, mal gewaltig, mal verspielt, aber in sie hineingestellt ist das Strenge, das Kühne moderner Architektur. Solches war die zweite Überraschung, die uns London bot. Das als so traditionell geltende London präsentiert sich heute mit dem Gewagtesten, Phantastischen an neuer Architektur, wobei sich diese vielerorts mitten in das Alte hineingepflanzt findet. Der Fotoapparat schwelgte darin.

Durchaus nicht viktorianisch und schon gar nicht kleinstädtisch das Erscheinungsbild der Menschen, die die Straßen und Plätze der Innenstadt bevölkern. London ist ein melting pot von Angehörigen der verschiedensten Länder, Rassen, Ethnien – darin New York kaum nachstehend. Was ihnen allen gemeinsam ist, ist der höfliche Umgang miteinander. So zumindest erlebt es der Tourist.

Kurzum, das „würdige“ London ist quicklebendig, ist eine farbige Stadt – für uns ein Abenteuer, die Stadt fotografisch erkundet zu haben.


, Juli 2009



City of London
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